Entstehung Projekt

Projektorganisation unterirdisch überleben – Rundgang Zivilschutzanlage Sonneberg

Am 30. Oktober 2002 beschloss der Grosse Stadtrat von Luzern, die Schutzräume im Sonnenberg in der bestehenden Form aufzuheben und die bestehenden Anlagen umzubauen. Zukünftig soll nur noch die siebenstöckige Kaverne als Schutzraum für 2’000 Einwohner bereit stehen. Die Autobahntunnel werden im Ernstfall also nicht mehr zum Schutzraum umfunktioniert. Start der Redimensionierungsarbeiten war im Oktober 2006.

Das Projekt Aktionstage in der Zivilschutzanlage Sonnenberg in Luzern unter der Leitung von Dr. Jürg Stadelmann (Historiker und Kantonsschullehrer, Luzern) wollte der Stadtbevölkerung nochmals die Gelegenheit bieten, den Originalzustand der Zivilschutzanlage vor deren Redimensionierung vor Ort kennenzulernen. Die Aktionstage dauerten vom 2. September bis zum 2. Oktober 2006. Bereits beim Auftaktevent in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2006 liessen sich rund 1’500 Interessierte mit VBL-Bussen in den gesperrten Autobahntunnel führen. Die Besichtigung der Panzertore, des Umgehungsstollens und der Dieselmotoren waren ein einmaliges Erlebnis. An den Führungen durch die Zivilschutzanlage und den Rahmenanlässen vom 8. September – 2. Oktober 2006 nahmen dann weitere 6’000 Personen teil.

Der grosse Publikumserfolg der „Aktionstage“ und das Wissen um die Bedeutung der Zivilschutzanlage als spektakulärer und einzigartiger Zeitzeuge des Kalten Krieges veranlassten die Projektgruppe über die „Aktionstage“ hinaus etwas Bleibendes in die Wege zu leiten. Ein „Historischer Lehrpfad“ – geführter Rundgang durch die Zivilschutzanlage im Sonnenberg – soll auch in Zukunft interessierten Gruppen und Schulklassen die Möglichkeit bieten das Innere des Berges zu erkunden und damit einen Teil unserer Geschichte lebendig zu erleben. Dabei sollen die ursprüngliche Idee der Anlage in den 70er Jahren, ebenso wie die Übung „Ameise“, die „Aktionstage“ und die aktuelle Redimensionierung zur Sprache kommen.

An der Kick-off Sitzung vom 16. Oktober 2006 beschlossen die Denkmalpflege des Kantons Luzern (Georg Carlen, Kantonaler Denkmalpfleger), das Baudepartement der Stadt Luzern (Stadtrat Kurt Bieder und Stadtbaumeister Bruno Weishaupt), die Zivilschutzorganisation Pilatus (Werner Fischer, Leitung Geschäftstellen und Michel Birrfelder, Leiter Technik), die für die technischen Erneuerungen der Anlage zuständige Ingenieurunternehmung Bucher+Dillier (Peter Bucher, Chefingenieur) zusammen mit den Vertretern der „Aktionstage Sonnenberg“ (Dr. Jürg Stadelmann, Historiker, lic. phil. Andrea Huwyler, Historikerin, lic.phil. Melchior Bendel, Historiker) die Konzeptionierung eines „Historischen Lehrpfades durch die Zivilschutzanlage im Sonnenberg“ an die Hand zu nehmen. In der Folge wurde die Projektorganisation „Historischer Lehrpfad“ ins Leben gerufen. Die Kantonale Denkmalpflege Luzern, vertreten durch Dr. Georg Carlen (Kantonaler Denkmalpfleger), erteilte lic. phil. Andrea Huwyler-Bachmann, zeitensprung gmbh – Geschichte erleben (selbständige Historikerin und Museumspädagogin) den Auftrag ein neues, dauerhaftes Konzept zu entwerfen. Die Kantonale Denkmalpflege Luzern übernahm auch die Steuerung und Begleitung des Projekts und finanzierte die Konzept- und Aufbauphase grösstenteils. Die Stadt und der Kanton Luzern stellen sich als Partner hinter das Projekt. Es entstand das Projekt unterirdisch überleben – Rundgang Zivilschutzanlage Sonnenberg, welches im September 2008 in die Betriebsphase ging.